Checkliste Leitungsführung

Diese Tipps sollten Sie beachten:
  • Beim Mischsystem sind Regen- und Schmutzwasser über getrennte Fall-, Sammel- oder Grundleitungen aus dem Gebäude zu führen. Die Grund- bzw. Sammelleitungen dürfen erst außerhalb des Gebäudes zusammengeführt werden. Eine mögliche Ausnahme ist die Grenzbebauung, bei der das Haus direkt an der Grundstücksgrenze liegt.
    Sind Regen- und Schmutzwasser unter der Bodenplatte noch getrennt, kann später mit relativ geringem baulichem Aufwand z. B. von einem Misch- auf ein Trennsystem umgestellt werden. Entscheidet sich die Stadt für eine Umstellung und Sie haben sich an diese Vorgabe gehalten, bringt das für alle nur Vorteile.
     
  • Wenn die Stadt Warendorf Ihnen eine Einleitung von Dränagewasser in früheren Zeiten in den Misch- oder Regenwasserkanal gestattet hat, sollten Sie die Leitungen ebenfalls erst außerhalb des Gebäudes zusammenführen. Im Wasserrecht gibt es keinen Bestandsschutz, und eine Erlaubnis zur Einleitung von Dränagewasser kann widerrufen werden.
     
  • Vermeiden Sie bei einem Gebäude mit Keller unzugängliche Grundleitungen und verlegen Sie stattdessen zugängliche Sammelleitungen. Sammelleitungen können entweder abgehängt (an der Kellerdecke oder der Kellerwand entlang) oder in Rinnen oder Aussparungen verlegt werden.
     
  • Empfohlen wird, grundsätzlich auf unzugängliche Grundleitungen unter der Gebäudesohle zu verzichten.
     
  • Kleine Nennweiten bereiten erfahrungsgemäß große Probleme bei der Untersuchung und Sanierung. Deswegen sollte eine Nennweite von unter DN 100 (besser noch DN 150) unterhalb der Bodenplatte nicht verwendet werden.
     
  • Bei Gebäuden ohne Keller sollten die Grundleitungen möglichst kurz und geradlinig aus dem Gebäudebereich herausgeführt werden.
     
  • In Grund- und Sammelleitungen dürfen nur Abzweige mit höchstens 45 ° eingebaut werden.
     
  • Zuläufe über eingeschlagene oder eingebohrte Leitungen können in der Regel nicht gereinigt werden. Leitungen sollten deshalb immer über Formstücke angebunden werden.
     
  • Die Verlegung von Grund- oder Sammelleitungen in Bögen, insbesondere in mehreren Bögen hintereinander, sollte vermieden werden.
     
  • Richtungsänderungen von Grund- und Sammelleitungen dürfen nur mit Bögen von höchstens 45° ausgeführt werden.
     
  • Im Hinblick auf die wiederkehrenden Prüfpflichten (alle 20 Jahre) sollten zusätzliche Reinigungsöffnungen im Bereich von Grundleitungsumlenkungen eingebaut werden, um die Leitungen besser inspizieren zu können. Damit werden auch Reinigungsarbeiten bei einer Verstopfung ermöglicht.
     
  • Entwässerungsanlagen müssen gegenüber den auftretenden Betriebsdrücken ausreichend wasser- und gasdicht sein. Aus den Leitungsanlagen innerhalb von Gebäuden dürfen keine Gerüche und Kanalgase in das Gebäude austreten. Das bedeutet, dass für die Installation von Entwässerungsanlagen nur solche Bauteile (Rohre, Formstücke, Dichtungen etc.) zu verwenden sind, die nachweislich geeignet sind, die erforderliche Gas- und Wasserdichtheit sicherzustellen.